Gesellschaft

In Uganda leben ca. 40 unterschiedliche Ethnien. Als gemeinsame Sprache dient Englisch, seit 2005 zusätzlich Kiswahili, allerdings ist diese Sprache noch nicht weit verbreitet. Laut Verfassung haben Frauen die gleichen Rechte wie Männer. Allerdings werden im Alltag Frauen noch weitgehend benachteiligt. Die am meisten verbreitete Religion stellt das Christentum mit ca. 85 %. 

Anteil alphabetisierte Erwachsene 

70,2 % (HDR, 2019) 

Bedeutende Religionen 

Christentum 85 %, Islam 13,7 % 

Städtische Bevölkerung 

25 % (2020, geschätzt) 

Lebenserwartung (m/w) 

66 / 70,5 Jahre (2020, geschätzt) 

Gender Inequality Index 

Rang 131 von 162 (2019) 

Anzahl der Geburten 

5,5 / Frau (2020, geschätzt) 

Kindersterblichkeit 

32,6 /1000 Lebendgeburten (2020, geschätzt ) 

Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung von derzeit 43,25 Millionen lebt vorwiegend in den ländlichen Regionen, wenn auch die Verstädterung immer mehr zunimmt, erstmals wird sie für 2020 auf 25 % geschätzt. Ugandas Bevölkerung wächst derzeit jährlich um 3,34 % und nimmt weltweit Platz 6 nach Syrien, Angola, Malawi, Burundi und Tschad ein. Die höchste Bevölkerungsdichte findet man Osten und im Südwesten des Landes. Karamoja, mit seinem ariden Klima, ist am dünnsten besiedelt. 

Daten und Datenbanken zur Bevölkerung Ugandas finden Sie bei der Weltbank oder beim Uganda Bureau of Statistics. 

Altersgruppen 

Ugandas Bevölkerung ist jung, der Altersdurchschnitt beträgt nur 15,7 Jahre. Im Durchschnitt gebären die Frauen 5,5 Kinder. Nur der Niger, Angola, Burundi, Tschad, Mali und Somalia toppen Uganda noch. Dreiunddreißig von 1000 Babys sterben bevor sie ein Jahr alt sind. Circa zehn Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind untergewichtig. Problematisch ist die frühe Verheiratung von minderjährigen Mädchen: 40 % werden vor ihrem 18. und 10 % vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. 

Uganda hat vorbildliche Gesetze um die Kinder zu schützen, doch die Umsetzung ist oftmals mangelhaft. Hier leisten NGOs gute Hilfe, wie zum Beispiel das Uganda Child Rights NGO Network. 

Die Anzahl der älteren Menschen über 65 Jahre in Uganda ist mit knapp zwei Prozent der Bevölkerung extrem niedrig, in Deutschland beträgt diese Altersgruppe über 22 %. 

Uganda ist, wie die meisten afrikanischen Länder, ein Vielvölkerstaat. Die Bevölkerung ist ethnisch, kulturell, sprachlich und religiös heterogen und komplex. Im Land leben ca. 40 Nationalitäten (Ethnien), die aufgrund ihrer Kultur und Sprache zwei Hauptblöcke bilden: die Bantuvölker im Süden und die Niloten und Nilohamiten im Norden. 

Bantu 

Zahlenmäßig sind die Bantu die größere Volksgruppe. Die Baganda stellen mit 17 % die größte ethnische Gruppe Ugandas. Die Bedeutung des Königreichs Buganda ist bis heute spürbar und hat die Geschichte Ugandas schicksalhaft bestimmt. Bevor allerdings ausländische Forscher, Eroberer und schließlich die Engländer ihren Fuß auf den Boden des heutigen Uganda setzten, war Bunyoro Kitara im Westen Ugandas gelegen, das bedeutendste Königreich. 

Karimajong 

Einen krassen Gegensatz zu den relativ gut entwickelten Regionen des Südens finden Sie in Karamoja, im Nord-Osten des Landes. Hier ist augenscheinlich die ärmste, trockenste und am meisten unterentwickelte Region Ugandas. Dieser Landesteil ist semi-arid, die Landschaft geprägt

durch Savannen-Grasland und das Klima ist trockener, heißer, stürmischer und somit erschwerter bewohnbar als der Rest des Landes. Die Karimajong sind Niloten und leben als Halbnomaden in einem komplizierten Clansystem zusammen.  

Die Viehhaltung ist existentiell und nimmt – für viele Nicht-Karimajong kaum verständlich – abgesehen vom ökonomischen Wert, die wesentliche Stelle im kulturellen wie religiösen Leben ein. Vor allem während der Trockenzeit ziehen die Männer mit ihren Herden oft viele Kilometer täglich auf der Suche nach Weideland und leben in temporären Camps. Frauen dagegen bleiben mit den Kindern und alten Menschen in den Dörfern. Doch selbst die Häuser in den Dörfern sind aufgrund der einfachen Bauweise jederzeit in fruchtbarere Gegenden verlegbar. Mobilität ist ein essenzieller Bestandteil der Lebensweise der Karimajong.  

Sprachen Ugandas 

Die Kommunikation in Uganda ist sehr vielfältig. Im Land werden über 40 Sprachen gesprochen. Die Amtssprache ist Englisch, seit 2005 zusätzlich Suaheli. Damit soll vor allem die ostafrikanische Integration bzw. die Kommunikation in der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC), gefördert werden. Bisher beschränkte sich die Verbreitung von Suaheli auf die Grenzregionen und galt als Sprache des Handels und vor allem des Militärs, vor allem berüchtigt seit dem Amin-Regime. Doch heute wird die am weitesten verbreitete Verkehrssprache Ostafrikas von immer mehr Menschen genutzt und steht auf dem Lehrplan der Schulen, wenn auch noch kompetente Lehrer fehlen. 

Im südlichen Teil Ugandas ist Luganda sehr weit verbreitet. Seit 2007 wird in den ersten drei Jahren der Grundschule in der lokalen Sprache der Region unterrichtet, zusätzlich wird Englisch als Fach angeboten. Dieses bietet vielen Kindern vor allem in den ländlichen Regionen den Vorteil, den Unterrichtsstoff zu verstehen. Manche Eltern befürchten allerdings, dass ihre Kinder gegenüber den Stadtkindern, die häufig sofort in Englisch unterrichtet werden, im Nachteil sind. In Regionen mit ethnischer Vielfalt hat manches Kind das Pech, in einer ihm fremden lokalen Sprache unterrichtet zu werden, wiederum mit verheerenden Folgen für die schulische Zukunft.

Soziale Lage und soziale Klassen 

Viele der rund 43,3 Millionen Ugander kämpfen ums Überleben. Eine regelmäßig bezahlte Arbeit haben nur wenige. Laut Ugandas Präsidenten leben 69 % Bevölkerung von der Subsistenzlandwirtschaft. Viele verdienen sich als landwirtschaftliche Helfer oder im Kleinhandel gelegentlich ein Zubrot. Der informelle Sektor entwickelt sich stetig. Ob als Schreiner an der Straße oder Hersteller von Recyclingartikeln, wie z.B. Öllampen aus alten Dosen, lässt sich zuverlässiger Geld verdienen als in der alleinigen Abhängigkeit von der Landwirtschaft. Allerdings sind die Löhne in den meisten Bereichen so gering, dass die Menschen auf die Lebensmittel der eigenen Landwirtschaft angewiesen sind. 

In der Hauptstadt Kampala gibt es jedoch immer mehr Menschen, die gut leben können. Es herrscht ein wahrer Bauboom, denn mit der Vermietung von Häusern und Wohnungen lässt sich gutes Geld verdienen. Die Straßen sind nicht mehr nur mit Kleinbussen und Projektfahrzeugen verstopft, dazu kommen immer mehr Privatfahrzeuge. Doch, was in Uganda immer noch rar ist, ist die Mittelklasse. Menschen die arbeiten, Geld verdienen und auch Steuern zahlen. 

Stadt-Land-Verhältnis 

In Uganda leben ca. 75 % der Menschen auf dem Land. Zu Ihnen gehören auch viele arme Menschen und die Ärmsten des Landes. Viele suchen und finden Arbeit in der Stadt, doch bleibt die Landverbundenheit zumeist erhalten. Zum Teil werden Familien geteilt, die Männer gehen auf Arbeitssuche in die Stadt und die Frauen versorgen weiterhin den Hof der Familie. Oftmals entwickeln sich daraus polygame Strukturen. Einige Familien jedoch entscheiden sich auch für ein gemeinsames Leben in der Stadt. 

Verglichen mit Kampala spielen die restlichen Städte des Landes nur eine untergeordnete Rolle. In der Hauptstadt sind die besten Schulen, Universitäten, Jobs und inzwischen sogar Industrie vorhanden. Kein Wunder, dass auf Kampalas Straßen kaum noch ein Durchkommen ist. Schon während der Kolonialzeit wurde der Süden vorrangig entwickelt. In den letzten Jahren hat sich dieses Süd-Nord-Gefälle durch den über 20-jährigen Konflikt in Norduganda verstärkt, der im Norden jegliche Entwicklung lähmte und im Gegenteil die Armut massiv verstärkte. 

Migration spielt auch in Uganda eine Rolle. Der langjährige Krieg in Norduganda und zuvor die Konflikte in Teso oder Luwero, veranlassten viele Menschen Sicherheit in anderen Regionen des Landes zu suchen; allerdings meistens in der Hoffnung auf eine Rückkehr in friedlichen Zeiten. 

Arbeitssuche führt die Menschen teilweise in Nachbarländer oder in andere Kontinente, zumeist zeitlich befristet. 

Nicht zu unterschätzen ist die Anzahl von Kindern, die als Haushaltshilfen zu Verwandten in die Stadt gegeben werden. Die Eltern erhoffen sich gewöhnlich eine gute Versorgung des Kindes oder eine bessere Schulbildung. In der Realität werden die Kinder und Jugendlichen, zumeist Mädchen, oftmals als billige Arbeitskräfte ohne Stimmrecht ausgebeutet oder gar von den Hausherren sexuell missbraucht.

Die Gendersituation 

Die Gender-Situation in Uganda unterscheidet sich nicht grundlegend von der in anderen afrikanischen Staaten. Hohe Müttersterblichkeit, unterdurchschnittlich niedrige weibliche Alphabetisierungsraten und die weit stärkere Arbeitsbelastung von Frauen im Vergleich zu der von Männern sind hier nur einige Stichworte. Die Regierung schuf eine Reihe von Strategien und Gesetze, die Frauen dazu befähigen sollen, als gleichberechtigte Partner an der Entwicklung teilzunehmen, dennoch gibt es in Uganda immer noch eine Reihe von Herausforderungen. Neben dem niedrigen Bildungsstand von Frauen sind dies vor allem frühe Ehen, Schwangerschaften im Teenageralter und schlechte Arbeitsmarktbedingungen für Frauen.

Des Weiteren beherrschen traditionelle Gesetze und Praktiken immer noch die ugandische Gesellschaft, obwohl die in 1995 ratifizierte demokratische Verfassung die Gleichheit der Geschlechter sichert. So gehören auch heute noch Unterdrückung, Gewaltanwendung durch den Ehepartner und Vergewaltigung zum Alltag der Frauen in Uganda. Dass Frauen dabei Gefahr laufen, sich mit HIV anzustecken, ist leicht nachvollziehbar. Familienplanung ist zwar für viele Frauen ein Thema, doch ihre Ehemänner haben noch zuhauf Vorurteile, die es abzubauen gilt. 

Ugandas Frauen haben durchaus das Potential sich politisch einzumischen. Ugandas Verfassung unterstützt dies. Allerdings fehlt im Alltag vielen Frauen schlichtweg die Zeit dafür. Klimawandel und nun die Corona Pandemie machen es für sie immer schwerer den Alltag zu sichern. Einige Frauen haben sich in der Kkona Women Sustainable Agriculturists and Environmental Group 

zusammengeschlossen um aus Bananenschalen Briketts herzustellen, dies spart Ressourcen, schützt die Umwelt und schafft Einkommen. 

Die ugandische NGO ACFODE (Action for Development) hat sich u. a. die rechtliche Gleichstellung der Frauen zum Ziel gesetzt. 

Das UNDP präsentiert alljährlich den Human Development Index. Darin enthalten sind, zusammen mit anderen Werten, zwei „Gender sensitive» Indizes: der Gender-Related Development Index (GDI) und der Gender Inequality Index (GII). Beim GII liegt Uganda auf Platz 131 von 177 (2019), beim HDI auf Platz 159 von 189 untersuchten Staaten. 

Die Texte stammen vom Länderportal der GIZ, welches vom Netz genommen ist. Verfasser ist die Sozialmanagerin Gertrud Schweizer-Ehrler. Die Urheber wurden informiert, dass auf meiner Tourismusseite zu Uganda die Inhalte veröffentlicht werden.